Bergführer Hans Gapp
 

Brückerl...quert man auf einer kleinen Holzbrücke den Kreidenbach. Es handelt sich hier quasi um den Ablauf des Schmelzwassers aus höheren Gletscherregionen. Das Bachbett ist jedoch nur im Frühling bei der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen mit Wasser gefüllt, denn der so kompakt aussehende Dachsteinkalk ist voller Ritzen und Spalten, die den Wasserhaushalt der Region größtenteils unterirdisch passieren lassen.

GrobgesteinhütteBei 1638 m findet man unmittelbar neben dem Weg eine Tafel, die auf die bereits verfallene Grobgesteinhütte hinweist. Von dieser Tafel einige Meter nach links aufwärts zu gehen macht sich bezahlt, an einen riesigen Felsblock geschmiegt findet man die Überreste des ersten alpinen Bersteigerunterstandes auf dieser Seite des Dachsteins.

Der Bau wurde von 1878 - 1879 auf einem von Prof. Simony und Dr. Barth Die letzten Reste der Grobsteinhütteausgesuchten geschützten Platz von Gosauer Handwerkern realisiert. Sie war damals der Ausgangspunkt für hochalpine Unternehmungen im Dachsteingebiet und bot Platz für 10 Personen, allerdings ohne Komfort! Nach dem Bau der Adamekhütte (1906 - 1908) verfiel die Grobgesteinhütte.

Der ÖAV, Sektion Austria, plant einen eventuellen Wiederaufbau des Unterstandes, nicht aus kommerziellen, sondern aus historischen Gründen.

Etwa 50 m den Weg zur Adamekhütte weiter ansteigend, findet man die einzige ständig fließende Quelle am ganzen Weg bis zur Hütte!

Schön angelegte WegeWährend des Aufstieges findet man laufend Zeugnisse italienischer Wegbaukunst. Das mutet seltsam an, als jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts der Weg in schwierigstem Gelände geplant wurde, waren die italienischen Wegebauer als einzige zu solch einer Leistung in der Lage.

So hauste zwei Jahre lang ein Italiener namens Rossi mit Frau und Kind in selbstgebauten Unterständen direkt an seinem Meisterwerk, der Weganlage zur Hütte.

Heute wird der Weg durch die Hüttenwirte in Zusammenarbeit mit dem ÖAV, Sektion Austria, instandgehalten.

KarrenplattenUnterwegs kommen kommt man immer wieder an geologischen Erscheinungen vorbei, die eines Blickes wert sind.

Am nebenstehenden Bild sieht man eine Karrenplatte, eine Karsterscheinung, sie entsteht durch Jahrtausendelanges auswaschen einer kompakten Kalkplatte - "Steter Tropfen, höhlt den Stein"

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